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BLOG vom: 2026-07-30

Die Holzbiene brummt laut und liebt Holz

Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim

 


Blauschimmernde Holzbiene (Foto Elisabeth Faber)
 

Anlässlich einer Fotoexkursion in einem der schönsten Gärten in Schopfheim wurde ich durch lautes Brummen aufgeschreckt. Es war eine Holzbiene (Xylocopa violacea), die hektisch von einer Büte zur anderen flog. Sie ist eine gewandte und schnelle Fliegerin. Da konnte ich meine Kamera kaum auf sie richten. Dieses Insekt hatte ich vorher noch nie gesehen. Oft wird sie als eine Hummel gehalten. Auffällig sind die schillernden Flügel und der schwarz glänzende Panzer. Eine Art hat sogar blaue Flügel (Blaue Holzbiene). Elisabeth Faber sandte mir zwei prächtige Fotos von Holzbienen mit blauschimmernden Flügeln. Die Farbe der Flügel entsteht durch die Lichtbrechung. Je nach Blickwinkel sehen wir andere Schattierungen und Farben.

Die 2 bis 3 cm grossen Holzbienen leben allen. Sie treffen sich nur zur Paarung.

Wie NABU berichtet, ist die Holzbiene klimawandelbedingt auf dem „Vormarsch“. Früher kam sie hauptsächlich nur im Südwesten von Deutschland vor. Heute liegt das Verbreitungsgebiet auch im Norden von Deutschland, in Südschweden und im Baltikum. In der Schweiz kommt die Holzbiene ausschließlich in niedrigen Lagen vor.

Die Holzbiene wurde 2024 in Deutschland zur Wildbiene des Jahres gekürt. Die Blauschwarze Holzbiene ist seit 2026 in der Schweiz die Biene des Jahres.

Wer es nicht glaubt, es ist wahr, die Riesin ist sanftmütig. Sie beißt und sticht nicht.

 


Blauschimmernde Holzbiene (Foto Elisabeth Faber)
 

Nistgänge im Holz
Der Name kommt von ihrer Angewohnheit kleine Höhlen in abgestorbenen Baumstämmen zu bohren. Die Weibchen nagen bis 30 cm lange Nistgänge in trockenes Totholz. In diesen Nistgängen zieht sie ihre Brut auf. Zusammen mit Speichel und Sägemehl trennt sie einzelne „Kinderzimmer“. Dann legt sie in diesen Gängen eine zähe Pollenmasse als Proviant für ihren Nachwuchs an. In jede Brutkammer legt sie ein Ei hinein. In den Nistzellen wachsen die Larven heran, verpuppen sich und im Juli schlüpft die nächste Bienengeneration heran.

Eine Nektarräuberin
Die Holzbienen ernähren sich von Pollen und Nektar, vor allem von Schmetterlingsblütlern, Korbblütlern und Lippenblütlern. Oft trifft man sie an Platterbsen, Staudenwicken oder duftenden Kräutern wie den Wilden Mayoran, an. Was unternimmt die Holzbiene, wenn die Blüte zu klein für die große Biene ist und sie nicht an den Nektar kommt? Sie beisst mit ihren kräftigen Beisswerkzeugen seitlich der Blüte ein Loch hinein und schon „schlürft“ sie mit ihrer Zunge den Nektar. Sie gilt als Nektarräuberin und hat wenig Interesse, die Blüte zu bestäuben.

Hilfen sind gefragt
Die Biene verliert ihren Lebensraum, wenn Totholz in aufgeräumten Gärten, Feldern oder Wäldern als „Abfall“ weggeräumt oder verbrannt wird. NABU empfiehlt dies: „Wenn Sie ihr und anderen Insekten ein Zuhause geben wollen, lassen Sie am besten die Stämme abgestorbener Bäume stehen.“ Empfohlen wird auch die Anpflanzung von Schmetterlings-, Korb- und Lippenblütler im Garten. Damit bekommen die Insekten ausreichend Nahrung.

 

Internet
www.nabu.de
https://totholz.wsl.ch/de/artenportraits/blaue-holzbiene/
https://bienen.ch

 

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