Textatelier
BLOG vom: 17.04.2024

Der neue Kirchen-Teufel 2024 ist BLAU

Rätselhafter Umgang der deutschen Kirchen mit Menschen

Von Werner Eisenkopf, Runkel/Lahn

 

Seit dem 21. Mai 1863 gibt es in Deutschland Parteien. Die älteste heutige Partei ist die SPD. Im Laufe der Geschichte, über das Deutsche Kaiserreich, über den 1. Weltkrieg, der Weimarer Republik, der Nazi-Zeit und dann in der Bundesrepublik Deutschland, gab und gibt es eine Fülle an Parteien. Sie umfassen in ihren politischen Zielen, ein weites Spektrum, zwischen Ultralinks und Ultrarechts.

Keine der vielen Parteien und Splitterparteien in Deutschland, ganz egal wie extrem und abweichend von den Programmen der im Deutschen Bundestag aktuell vertretenen Parteien, hat jemals irgendwann nur irgendeinen kirchlichen „Nicht-Wählbarkeits-Stempel“ abbekommen. Weder eine Mitgliedschaft bei extremen Marxisten/Leninisten, noch der DDR-SED („Mauerschützenpartei“), noch bei totalen Faschisten, löste je so einen „Partei-Kirchenbann“ aus, wie 2023/2024 die deutsche AfD.

Diese pauschale Ausgrenzung, nicht nur der Mitglieder, der Partei, ja sogar deren Wähler und unterstützenden Nicht-Mitglieder, ist in der deutschen Geschichte so wohl beispiellos. Was haben sich da die „Entscheider“ (vor allem die kath. und evangelischen Bischöfe) eigentlich dabei gedacht?  War ihnen überhaupt bewusst, was sie damit für einen ganz speziellen „Dammbruch“ anrichteten?

Gerade die Kirchen werben für sich immer mit dem „Barmherzigkeitsargument“ und dass bei ihnen NIEMAND abgewiesen würde. ALLE seien ja letztendlich Kinder Gottes. So grenzen die Kirchen auch keine Verbrecher und Mörder aus. Selbst wer viele Menschen umgebracht hat, somit ein Massenmörder ist, wird von den Kirchen nicht ausgegrenzt.

Man versucht dort salopp gesagt immer noch, auch die „sündigste Seele“ halt noch irgendwie vor der „Ewigen Verdammnis“ zu retten. Demnach muss also die AfD als „schlimmer als Räuber und Mörder, ja sogar als Massenmörder“ angesehen werden und deren „Seelen-Rettung“ gilt demnach erstmals in der Kirchengeschichte überhaupt, als unmöglich! Man gibt diese „Seelen“ somit sinngemäß kampflos auf, gegen die Hölle. Das ist damit eine völlig neue und bisher so nie dagewesene „umgedrehte“ Auslegung des Kirchenglaubens. Eigentlich die „größte Neuerung seit Luther“ und trotzdem nicht öffentlich genauestens begründet worden? Was ist da bei den Bischöfen los?

Wenn man nun also in Deutschland, diese Ausgrenzung und Feindschaft gegen Menschen als Wähler der AfD sieht, die weder raubten, noch mordeten, weder Gegner erschießen oder in KZ-Lager stecken wollen, dann wird es wirklich rätselhaft. Dies ganz besonders im geschichtlichen Kontext. Gerade zu all den deutschen Parteien, seit 1863.

WAS also ist ausgerechnet an der AfD nun derart EXTREM und kirchenfeindlich, dass deren Anhänger in den Kirchen, nicht einmal mehr Laienämter und –aufgaben übernehmen sollen?  Dürfte also ein AfD-Sympathisant weder etwa in einen Pfarrgemeinderat gewählt werden, noch als Meßdiener einem Pfarrer assistieren?

Was ist hier in die Bischöfe und anderen Entscheider gefahren, nun so einen Bruch der bisherigen Geschichte zu Kirchen&Parteien zu begehen?  Dies auch noch als Bruch der Grundregel, dass die Kirchen nach eigenen Regeln ja „niemanden ausgrenzen“ wollen. Dies auch noch ohne es gegenüber den Betroffenen und gegenüber den anderen Bürgern überhaupt konkret und sachlich zu begründen.

Mit Erstaunen war zu lesen, dass die evangelische Kirche in Mitteldeutschland, den Quedlinburger Pfarrer Martin Michaelis, nicht nur von sämtlichen Pfarrertätigkeiten „befreit“ hat, sondern dazu auch noch ein förmliches Disziplinarverfahren eingeleitet hat.  Doch nun wird es spannend. Dieser Pfarrer ist gar nicht Mitglied der AfD sondern hat sich nur bereiterklärt, auf einer Kommunalwahlliste der AfD in Quedlinburg zu kandidieren. Dort in Sachsen-Anhalt, finden am 9.Juni 2024 landesweit Kommunalwahlen statt.  Kommunalwahl bedeutet sich politisch interessieren für die Dinge am Ort, die die Menschen beschäftigen, Bis „runter“ zu so profanen Dingen wie Abwasser und Müllentsorgung.

Was also ist an so einem kommunalen Engagement denn überhaupt so gewaltig „verbrecherisch-kriminell“ ansehbar, dass der Pfarrer Michaelis deswegen sogar ein Disziplinarverfahren bekommt. Selbst eine Betätigung in kommunistischen oder faschistischen Extremparteien, ist gewissermaßen noch durch das Grundgesetz als „Meinungsfreiheit“ geschützt. Natürlich gibt es gewisse Grenzen und es können auch mal Parteien verboten werden, was aber im falle der NPD vor Jahren scheiterte.

Weder rechtsgerichtete südamerikanische Diktatur-Personen, noch deren kommunistische Feinde, wurden jemals mit einem Kirchenbann bedroht. Dies trotz zigtausender Getöteter. Was macht dagegen gerade die deutsche AfD, denn nun so Extrem?

Selbst als mögliches Mitglied der KPC, also der Kommunistischen Partei Chinas, hätte Pfarrer Michaelis sicherlich keinerlei Disziplinarverfahren zu erwarten.  Somit muss das, was man von den Bischöfen, der AfD vorwirft, demnach noch schlimmer und krasser sein, als sogar die Vorgänge um die Uiguren im chinesischen Sinkiang/Xinjiang?

Da dieselbe evangelische Kirche in Mitteldeutschland, nie bekannt wurde, dass sie Aktive oder Sympathisanten der „Mauerschützenpartei SED“ auf irgendeine Art vom Kirchenleben ausschloss, muss demnach die AfD nochmals um Größenordnungen „schlimmer“ sein, als die SED es damals gewesen war! Dann aber haben sowohl die „Ausgegrenzten“ als auch die normalen anderen Bürger ein Recht, genau diese Begründungen auch öffentlich zu erfahren.

Das Kirchenrecht in Deutschland, ist nicht mehr so, wie in der Feudalzeit der Fürstbischöfe. Abgesehen von den vielen „nichtehelichen Kindern“ solcher früheren Machthaber (Katholiken), ist auch deren damalige, nicht hinterfragbare Absolutheit und Willkür, heute nicht mehr zeitgemäß.

Wenn also die Kirchen, so eine durchaus juristisch als „pure Willkür“ ansehbare „Ausgrenzung“ nicht nur der AfD als Partei durchziehen, sondern sogar in Fällen wie beim Pfarrer Michaelis, dann sind genau diese Kirchen absurderweise selbst als „ideologisch Fremdinteressengesteuert“ angreifbar. In der weiteren Überdenkung der Folgen solcher Willkür bei den Kirchen, wird sich deren schon jetzt unübersehbare Schrumpfung, dann sogar noch verstärken. Somit kann die „AfD-Ausgrenzung“ nachher sogar zum „Brandbeschleuniger“ eines dann wohl unaufhaltsamen weiteren Kirchenverfalls werden.

Wurde dies Alles denn so überhaupt schon einmal von den Verantwortlichen der Kirchen, in allen Facetten und Folgen wirklich überdacht? Sehr wahrscheinlich nicht!

 

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